Emotionales Essen

Was ist emotionales Essen?

Emotionales Essen (emotionaler Hunger) ist ein häufiges Symptom bei Binge Eating, Bulimie und Esssucht (Adipositas). Dabei isst du nicht aus physischem Hunger, sondern als Reaktion auf belastende Emotionen wie Stress, Überforderung, Angst, Hilflosigkeit, Traurigkeit …. und auch nicht selten auch Freude.

Die Regulationsfähigkeit dieser Gefühle ist bei den Betroffenen von Essstörungen stark eingeschränkt. Die Regulationsproblematik ist oft das Resultat des Entwicklungstraumas, d.h in deiner Vergangenheit gab es wenig Raum für emotionale Regulation und du mit Emotionen oft alleine zurecht kommen musstest.

Das emotionale Essen ist ein Versuch diese Emotionen zu regulieren, auch wenn das sehr kurzweilig ist. Betroffene versuchen ihre Gefühle mit dem Essen zu „betäuben“ um sie nicht so sehr spüren zu müssen, da sie im beschränkten Maß über andere Beruhigungsstrategien verfügen. Emotionales Essen ist eine Schutzstratege des Körpers, die vor dem Hintergrund des Schutzes des Nervensystems, das durch emotionalen Stress ins Ungleichgewicht gerät, zu verstehen ist.

Nach dem emotionalen Essen oder dem Essanfall treten zumeist starke Abwertungen bis zum Selbsthass auf, die das emotionale Essen noch verstärken können. Essanfälle sind sowohl körperlich als auch emotional sehr stark belastend.

In der therapeutischen Arbeit ist es von daher essentiell, sowohl die Schutzmechanismen deines Körpers verstehen als auch die Regulation deines Nervensystems zu erlernen. Das „Betäuben“ mit dem Essen kann seine Kraft verlieren und wird überflüssig, wenn du deinen Körper, seine Empfindungen und Gefühle spüren und regulieren lernst.

Häufige Fragen zum emotionalen Essen

Warum esse ich, obwohl ich keinen Hunger habe?

Emotionales Essen kann eine Strategie sein, um mit Stress, Einsamkeit oder innerer Anspannung umzugehen. In der Therapie wird gemeinsam erkundet, welche Gefühle und Bedürfnisse hinter diesem Verhalten stehen.

Sind Essanfälle ein Zeichen von Kontrollverlust?

Essanfälle können als belastend erlebt werden und stehen häufig im Zusammenhang mit emotionalem Druck oder restriktivem Essverhalten. Therapie unterstützt dabei, Auslöser zu verstehen und neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

Kann Therapie helfen, Essanfälle zu reduzieren?

Therapie kann helfen, Auslöser zu erkennen, emotionale Regulation zu stärken und einen flexibleren Umgang mit Essen zu entwickeln.

Was, wenn ich mich nach dem Essen schuldig fühle?

Schuldgefühle sind ein häufiges Begleitempfinden bei emotionalem Essen. Therapie unterstützt dabei, diese Gefühle einzuordnen und Selbstmitgefühl zu fördern.

Muss ich Diäten beenden, um Therapie zu machen?

Die Therapie fokussiert zunächst auf das Verstehen von Mustern. Veränderungen im Essverhalten werden individuell und schrittweise besprochen.

Kontakt

Ich beantworte gerne alle deine Fragen zu diesem Thema. Du erreichst mich unter 0049 176 92212000, mail@justynajung.de oder über WhatsApp

Falls du weiter von Berlin entfernt wohnst, könnte eine Online-Therapie bei Essstörungen interessant für dich sein.

Ich freue mich sehr auf Dich

Mit Herz
Justyna Jung